Selbstbestimmung am Ende des Lebens - auch im Notfall!

Interessante Vorträge, engagierte Diskussionsbeiträge und mehr als 50 kompetente Teilnehmende, die gemeinsam nach einer Lösung suchen wollen: Die Fachtagung "Gesundheitsversorgung planen - ein gemeinsamer Herner Weg?!" initiiert durch den ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Herne am 29. Oktober traf den Nerv. Auch die Mitgliedsorganisationen des Palliativ-Netzwerks Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel waren stark vertreten, vor allem aus der AG Heime und dem Ethikkomitee.

Die Vorsitzende Karin Leutbecher, zugleich Koordinatorin im Ambulanten Hospizdienst Herne, stellte im Gespräch mit Lisa Binse, Abteilung Gesundheitsförderung und -planung der Stadt Herne, die Arbeit der AG Heime vor, die sich seit Jahren mit der Palliativ- und Hospizkultur in der stationären Pflege befasst. Vorstandsmitglied Dr. Axel Münker, leitender Arzt der Abteilung für Schmerz- und Palliativmedizin im Marien Hospital Herne, unterstrich die Bedeutung des Themas: „Wir müssen jetzt in einen Kommunikationsprozess treten und uns gemeinsam auf einen Weg begeben.“

Notfall- und Palliativversorgung nah beieinander

Die Veranstaltung zeigte deutlich, wie wichtig die Erfahrung und die Kompetenz des Palliativ-Netzwerks für die weitere Entwicklung zur gesundheitlichen Versorgungsplanung ist. „Wir haben insbesondere in der AG Heime schon viel Vorarbeit geleistet. Ohne uns geht es nicht“, so die Vorsitzende Karin Leutbecher. Es stimme sie zuversichtlich, dass die Notfall- und die Palliativversorgung die Vorsorgeplanung aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, aber bei der Frage nach der Selbstbestimmung und der würdevollen Behandlung und Begleitung am Lebensende sehr nah beisammen sind.

Heimträger handeln schon

Die gesetzliche Grundlage der gesundheitlichen Versorgungsplanung bildet Paragraf 132g des SGB V. Einzelne Heimträger haben bereits angefangen, dazu Mitarbeiter zu schulen und Dokumente zu erstellen. Um hier für Herne und Wanne-Eickel ein einheitliches Schulungskonzept, einen Dokumentenstandard und koordinierte Beratungen zu entwickeln, ist es dringend erforderlich, über einen gemeinsamen „Herner Weg“ nachzudenken und diesen zügig zu beschreiten.

Fundierter Beratungsprozess

Deutlich wurde bei dem Fachtag auch, so Netzwerk-Mitglied Annegret Müller, Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst, dass ein reines Notfalldokument zu kurz greife. Sie warnte sogar vor einem „Sterben nach Plan“. Von zentraler Bedeutung sei darum ein fundierter Beratungsprozess, der über rein medizinisch-pflegerische Fragestellungen hinausgehe und trotzdem in kurzen, gut verständlichen Dokumenten münde, die auch für den gerufenen Notarzt aussagekräftig sind.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.inherne.net